Statement von Bataclan-Überlebenden Joe Bauers

Mein Name ist Joe, ich bin 34 Jahre alt und ich lebe in Frankreich. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich mich nicht wirklich mit Fragen der Schusswaffen-Gesetzgebung befasst.

Dies änderte sich allerdings schlagartig an jenem zu trauriger Berühmtheit gelangten 13. November 2015, als ich mich plötzlich unter schwerem Feuer von Terroristen wiederfand. Als Überlebender des Bataclan sah ich sehr viele Menschen im Kugelhagel sterben, ohne die Möglichkeit einer wirksamen Reaktion.

Gemischte Reaktionen folgten aus aller Welt. Ich erinnere mich zum Beispiel an Donald Trump, der die französischen Gesetze scharf kritisierte, die dazu geführt hatten, das nur die Angreifer bewaffnet waren. Wären ich oder andere Bürger an jenem Abend bewaffnet gewesen – ich kann nicht sagen, ob wir zu einer effektiven Verteidigung in der Lage gewesen wären, allerdings hätte es angesichts der unzähligen Toten definitiv nicht schlimmer sein können.

Meiner Meinung nach erfordert die neue Bedrohung durch islamistischen Terror eine kritische Reflexion über Haftgründe und das Führen von Waffen in Frankreich, sowie in Europa.
In Frankreich ist dieses Thema leider tabu, es scheint allerdings notwendig, das Waffentragen als Option zu erwägen und sei es in einem ersten Schritt nur für Sicherheitskräfte.
Allein schon diese Debatte zu beginnen wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich, für meinen Teil, hab bereits einige Schulungseinheiten absolviert und plane im kommenden Jahr mit dem Sportschießen zu beginnen, im Einklang mit den französischen Gesetzen.